Damit die Flamme nicht erlischt
Früher war ein hölzernes Stöckchen mit einem entflammbaren Kopf gang und gäbe. Heute sind solche Stöckchen selten geworden. Da nimmt es nicht wunder, dass die Nutzung von Streichhölzern auch nicht mehr so geläufig ist. Das Hölzchen an der Schachtel anreißen, vorsichtig, damit es nicht bricht. Dann das kurze Innehalten und Warten darauf, dass die Flamme aufleuchtet. Nach einem kurzen Glimmen, einem Aufflackern schließlich das Verlöschen in zugiger Umgebung. Das zerbrochene, ausgebrannte Holz wandert ungenutzt in den Müll.
Was fehlt, ist die schützende Hülle, in der sich die Flamme mit ihrem wärmenden, erhellenden Licht entfalten kann. Die vorsichtigen Finger, die es umfangen, vor dem Zerbrechen bewahren und nicht als unnütz wegwerfen. Die schützend geformte Hand um den Kopf des Holzes, die Raum zur Entfaltung der Flamme gibt und das Hölzchen seiner Aufgabe zuführt.
Was man so alles entdecken kann, wenn man sich mit dem einfachen Ablauf des Entzündens eines Streichholzes beschäftigt.
Mit dieser einfachen Tätigkeit spüre ich dem Wort Jesajas nach:
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. (Jes 42,3a)
Gottes Versprechen, das der Prophet hier mitteilt, entdecke ich in einer kleinen Streichholzschachtel. Die schützende Hand, die vorsichtigen Finger, den geschützten Raum, in dem ich meine Flamme entwickeln kann und nicht einfach weggeworfen werde. Gott sagt sie uns zu, damit wir Licht und Wärme in die Welt bringen können.
Herzliche Grüße
Ihr
Daniel Schmidt
Superintendent im Ev. Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz











