Herzlich willkommen im Blog des Evangelischen Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz

Liebe Leserinnen und Leser des Newsletters,

der Sommer steht vor der Tür. Oft riecht es schon nach lauer Sonnenwärme, nach Blüten und Grün, manchmal auch schon nach Regen. Wie herrlich ist doch ein Regenguss im Sommer, der den Staub abwäscht und die Natur aufleben lässt. Besonders angetan bin ich, wenn ich dazu noch einen Regenbogen entdecke. Mit der Sonne im Rücken und manchmal noch dunkelgrauen Wolken vor mir bricht sich das Licht und offenbart uns die schönsten Farben – von Rot bis Violett.

In meinem Herzen fängt es dann an zu singen. Dabei fällt mir oft die Liedzeile ein:
„… seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand …“.

Die Strophe beginnt mit den Worten:
„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist“ (EG 395).

Irgendwie füllt sich mein Herz mit Hoffnung und der Nähe Gottes, wenn ich einen Regenbogen sehe. Deswegen fotografiere ich ihn eigentlich fast immer.

Der Regenbogen fasziniert die Menschen schon seit Jahrtausenden. Das Phänomen am Himmel steht wegen seiner Schönheit für Frieden und Eintracht in Vielfalt. Als Verbindung zwischen Himmel und Erde wurde er als Zeichen des Himmels verstanden.

Im Alten Testament wird er als Symbol für den Bund zwischen Gott und den Menschen beschrieben. Nach dem Dankopfer Noahs für die Rettung der Schöpfung erscheint der Regenbogen am Himmel:

„Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er ist das Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde“
(1. Mose 9,13).

Damit ist der Regenbogen ein christliches Symbol der Schöpfung, des Friedens und der Versöhnung Gottes mit den Menschen.

Heute begegnen uns Regenbögen an vielen Orten: auf Plakaten, Fahnen, Bildern oder als Illuminationen. Manche Menschen irritiert das. Dabei steht der Regenbogen für viele vor allem für Frieden, Freiheit und die bunte Vielfalt des Lebens.

Schon früh wurde die Regenbogenfahne als Zeichen der Hoffnung und Versöhnung verwendet. Seit den 1970er Jahren findet sie unter anderem Verwendung bei Greenpeace mit dem Schiff „Rainbow Warrior“ sowie in der LGBTQ+-Bewegung als Symbol für Sichtbarkeit, Würde und Akzeptanz.

Wo der Regenbogen heute weht – so ist mein Eindruck –, erinnert er daran, dass Gottes Schöpfung bunt und das Leben vielfältig ist. Vielleicht beginnt Frieden genau dort: mit dem Respekt vor dem anderen.

Im Farbspektrum des Regenbogens findet sich jede Farbnuance, mit der Gott das Leben malt. Alles steht unter dem leuchtend bunten Bogen, den Er an den Himmel gesetzt hat.

Sehe ich Seinen leuchtenden Bogen oder ein Bild davon, dann füllt sich mein Herz mit Hoffnung darauf, dass wir Menschen doch in Frieden leben können und dass Gott nahe ist.

Amen.

Pfarrer Karl Naumann
Evangelische Kirchengemeinde Ruhland