Was uns bewegt – Blog des Evangelischen Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz

Zuweilen verabschieden sich manche Zeitgenossen in die Sommerferien mit dem geflügelten Wort „Ich bin dann mal weg“. Das kann einen ambivalenten Eindruck hinterlassen. Gleichwohl steht es in den letzten Junitagen so manchem auf die Stirn geschrieben, dass es allerhöchste Zeit für Urlaub und Erholung ist. Und es sei allen gegönnt, ob nun früher oder später.

Der Sommer hat ja gerade erst richtig begonnen, und der Johannistag lässt Alltags- und Naturdinge enden oder beginnen. So möge es allen vergönnt sein, sich auf die Urlaubszeit vorzubereiten, so dass man einen Blick dorthin vorauswerfen kann und nicht unvorbereitet in den Urlaub hineinfällt.

Dazu ist mir ein Autor in den Sinn gekommen, der in evangelischen Kreisen nicht allzu bekannt ist. Sinnenfällig steht jedenfalls mir gerade die große Baumaßnahme an der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz vor Augen, die vor wenigen Wochen begonnen hat. Die Kirche mit ihren musizierenden Engelschören gehörte zum Franziskanerkloster.

Aber nicht an Franziskus, sondern an den Kirchenlehrer Bonaventura möchte ich erinnern. Er hieß eigentlich Johannes Fidanza (1221–1274) und stammte aus der Toskana. Bonaventura soll ihn der alte Franziskus erstmalig geheißen haben, was so viel wie „oh glückliche Fügung“ bedeutet. Die Legende will wissen, dass Franziskus für das sterbenskranke Kind gebetet hatte und dankbar für dessen wundersame Heilung in ein „buona ventura“ ausbrach.

Im evangelischen Namenskalender finden wir Bonaventura für den 17. Juli verzeichnet. Eine weitere Ehrenbezeichnung haftet Bonaventura an: „doctor seraphicus“. Bonaventura, ein seraphengleicher Lehrer und Mystiker des Christentums. Bonaventura, ein Engelsgleicher, von dessen sechs Flügeln zwei das Gesicht ehrfürchtig vor Gott bedecken, zwei weitere die Füße und schließlich nochmals zwei zum Fliegen benötigt werden.

Ein Engelsgleicher braucht offenbar für das Wesentliche keine Hände. Die Hände im übertragenen Sinne ruhen zu lassen, wäre doch eine schöne Verheißung für die angebrochene Sommerzeit – ob im Urlaub oder daheim.

Dazu schicken sich sehr schön Losung und Lehrtext für den 17. Juli 2026:

„So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung!“ (Jesaja 63,15)

und Jesus spricht:

„Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen: Ich komme zu euch.“ (Johannes 14,18)

Pfarrer Dr. Matthias Paul

Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz