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„Jesus in Gethsemane: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.“ Lukas Evangelium 22, 42-43

In diesem Moment und mit dieser Antwort wird Jesus zum Christus, zum Messias, zu unserem Retter gegen den Tod. Dem Tode oder dem Leben Recht geben? Mit seiner Antwort steht und fällt alles. Wenn er jetzt den Weg Gottes abbricht, sich vom Tode einschüchtern lässt, dann war alles vergebens, dann bleibt der Tod der Herrscher über diese Welt. Dann bleiben Gewalt und Elend, und die Erlösung vom Tod mit all seiner Zerstörungswut ist dahin.

Der Tod droht mit dem Tod seit der Vertreibung aus dem Paradies. Er herrscht mit seinen Einschüchterungswerkzeugen Gewalt, Schmerz, Folter, Krieg, Leiden und dem Tod selbst. So hält er uns alle in Schach. Und wir folgen, eingeschüchtert, immer wieder mit eingezogenem Kopf und dem Spruch: Es nützt ja nichts! So ist die Welt nun mal!

Jesus aber vertraut Gott ganz und sagt NEIN, sagt: „Dein Wille geschehe“. So, wie wir im Vaterunser es selbst beten. Diese Freigabe des Willens Gottes: „Tu, was Dir richtig erscheint“, macht den Weg frei. Von da an ist es nicht länger unser Schicksal, uns immer wieder unter den Tod und seine Schergen beugen zu müssen.

Und Gott hat das gehört, hat es als einzig rettende Tat geadelt und seinen Sohn, den „Lebensbejaher bis zum Ende“, nicht im Tode gelassen. Er soll leben! Und so hat er ihn auferweckt und hat uns gezeigt, was wirklich rettet, was wirklich Hoffnung in sich trägt, nämlich nur das, was sich unerschrocken gegen den Tod, seine Helfershelfer und seine Machtstrukturen stellt und konsequent dem Weg, der Wahrheit Gottes und dem Leben dient.

Wir sind wieder für das Leben gemacht und Gott ruft uns zu: Ihr sollt auch leben wo ihr der Liebe und der Barmherzigkeit, der Gnade und der Vergebung Raum gebt. Keiner soll uns erzählen dürfen, dass wir damit nicht weiterkommen, dass das unser Elend bedeute. Der Weg der Rücksichtnahme, der Geduld und der Fürsorge, das ist der Weg Gottes mit uns, ist Gottes Weg zum Leben.

Gott aber schickte Christus in diesen Moment hinein einen Engel, der ihn stärkte. Das ist die Verheißung für jede und jeden, die sich dem Leben, der sich Gott zuwendet: Tost und Hoffnung wird in euch erwachen und ihr werdet den Sinn göttlicher Wege – eures Lebens erkennen, damit ihr standhalten könnt, und euch nicht dem Tode ergeben müsst. Nie wieder.

Pfarrer Christoph Wiesener

Evangelische Kirchengemeinde Meuselwitz – Reichenbach/OL