Ja, ist denn noch Weihnachten?
Obwohl die Weihnachtsdekoration fast ganz verschwunden ist, sehe ich doch immer wieder noch einen Herrnhuter Stern leuchten, in Fenstern oder an Kirchtürmen. Ja, ist denn noch Weihnachten?
Nach dem „Letzten Sonntag nach Epiphanias“ am kommenden Wochenende folgt am 2.Februar „Maria Lichtmess“. Es markiert einen Übergang zwischen der Weihnachtszeit und der Passionszeit. Vierzig Tage nach der Geburt Jesu bringt Maria ihn in den Tempel. Dort begegnen sie Simeon und Hanna. Zwei alte Menschen, die ein Leben lang gehofft haben. In Jesus erkennen sie den Erlöser, das Licht für die Völker (Lukas 2). Nicht Macht oder Glanz überzeugen sie, sondern dieses Kind – verletzlich und angewiesen, wie es ist.
Eine wunderbare und berührende Begegnung muss das gewesen sein. Anfang und Ende treffen aufeinander: das neugeborene Leben und Menschen am Ende ihres Weges. Und über Beidem liegt Gottes Verheißung. Simeon und Hanna sehen: Gott hält, was er verspricht. Ihr Leben endet nicht in diesem Wartezustand, sondern wird erfüllt.
Ich lasse die Sterne noch ein paar Tage im Fenster hängen und erinnere mich daran: Gottes Licht trägt über Übergänge hinweg – begleitet bei Abschieden und Neuanfängen, durch das Älterwerden, durch das Sterben. Und hilft mir auch bei den kleineren Veränderungen, die ich immer wieder erlebe.
Pfarrerin Miriam Arndt
Ev. Gesamtkirchengemeinde Bad Muskau-Gablenz und Ev. Kirchengemeinde Krauschwitz









