Ströme lebendigen Wassers
„Paradiesisch schön“, denke ich manchmal so bei mir, wenn ein Ort, eine Gesellschaft oder ein Erlebnis ein wohliges, ein erfrischendes Gefühl in mir weckt. Dabei wird landauf, landab immer wieder davon gesprochen, dass wir das Paradies verspielt haben. Dass dieses Leben nicht in Eden stattfindet.
Vielleicht übersehen wir da ein Detail: Das Wasser, das Eden sein Leben schenkt, bleibt nicht hinter verschlossenen Toren. Der Fluss strömt aus dem Garten hinaus in die Welt.
„Ein Strom entspringt in Eden, um den Garten zu bewässern; von dort teilt er sich und wird zu vier Hauptflüssen.“ – 1. Mose 2,10
Die Essenz des Paradieses haben wir nicht verloren. Sie bleibt nicht von uns getrennt. Die Flüsse aus Eden durchziehen noch immer unsere Wirklichkeit. Zeigen sich überall dort, wo wir aufleben: in einem Moment tiefen Friedens, in ehrlicher Vergebung, in bedingungsloser Liebe oder im schlichten Bestaunen der Natur. Das Paradies ist kein Jenseits-Versprechen. Es ist ein Fluss der Möglichkeit, aus dem wir mit unserem Tun und Lassen schöpfen und mitten im Hier und Jetzt kleine paradiesische Oasen pflanzen können.
Herzliche Grüße
Daniel Schmidt
Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz













