Eigentlich könnte es ganz einfach sein: Antisemitismus und Rassismus sind menschenverachtende Ideologien, und zivilgesellschaftliches Engagement müsste sich solidarisch gegen beide richten. Doch die Realität ist komplizierter. Gerade in progressiven Milieus gibt es vermehrt Spannungen, die sich oft in erbitterten Debatten und einem Klima des Misstrauens entladen. Spätestens seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 zeigt sich: Antisemitismus tritt in Teilen linker, feministischer oder postkolonialer Szenen offen zutage – oder wird durch Schweigen legitimiert. Warum stehen sich Akteure, die sich dem Kampf gegen Diskriminierung verschrieben haben, in diesen Fragen mitunter so feindselig gegenüber?
Die Politologin Saba-Nur Cheema beleuchtet die ideologischen Grundlagen, aus denen sich diese verhärteten Fronten entwickelt haben, und geht der Frage nach den Unvereinbarkeiten von Antisemitismuskritik und postkolonialer Theorie nach. Außerdem wird erörtert, welche Wege es geben könnte, um Polarisierungen zu überwinden, ohne Kritikfähigkeit aufzugeben.
Termin: 3. Dezember 2025, 19:00 Uhr
Ort: Online
Weitere Informationen und Anmeldung: Frenemies.Warum Antirassismus und Antisemitismuskritik oft nicht zusammenfinden
Die interreligiöse Reihe Extreme Zeiten! behandelt die derzeit um sich greifenden extremistischen, demokratiefeindlichen, antisemitischen und antimuslimischen Positionen. Die Reihe macht auf die Bedrohungen aufmerksam, die Mitgliedern monotheistischer Religionsgemeinschaften entgegenschlagen. Zugleich wird gezeigt, wie religiöse und theologische Diskurse demokratiefeindliche, mitunter extremistische Haltungen auch befördern.
Veranstalter der Reihe ist das interreligiöse Netzwerk Grenzgänge. Neben der Evangelischen Akademie zu Berlin gehören ihm die Alhambra Gesellschaft e.V., der Evangelische Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg, das Berliner Missionswerk sowie die Apostel-Paulus-Kirchengemeinde Schöneberg an.
