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Heute, am 17. Juni, erscheint wieder der Newsletter unseres Kirchenkreises. Der 17. Juni ist meistens ein schöner Tag im Sommer, und die Schulferien sind nicht mehr weit. Manch einer hat vielleicht am 17. Juni Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Der 17. Juni hat aber für uns Deutsche noch eine andere und besondere Bedeutung.
Am 17. Juni 1953 fand in der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) die erste große Massenerhebung gegen ein kommunistisches Regime im Machtbereich der Sowjetunion statt. Der Grund war die Unzufriedenheit vieler DDR-Bürger mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen. An diesem Tag wurde in der DDR der Aufstand durch massiven militärischen Einsatz der Sowjetunion niedergeschlagen. Sowjetische Panzer vom Typ T-34 rollten durch die Straßen. Es starben etwa 50 Menschen, darunter auch Angehörige der DDR-Sicherheitsorgane. Insgesamt wurden etwa 15.000 Personen im Zusammenhang mit dem Aufstand festgenommen. Bis Ende Januar 1954 wurden 1.526 Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ein Trauma im Nachkriegsdeutschland, das auch bis heute noch nachwirkt. Ähnliches wurde in anderen sozialistischen Staaten erlebt, wie z. B. beim Ungarischen Volksaufstand 1956 oder 1968 beim Prager Frühling. Bis zur Stunde müssen wir zur Kenntnis nehmen: Wenn politische Systeme um ihren Machterhalt kämpfen, werden die Methoden immer rabiater und gewalttätiger. Der einzelne Mensch zählt dann nicht mehr viel.
Gott sei Dank durften wir es 1989 bei der friedlichen Revolution anders erfahren: Keine Gewalt! Und die Mauer, die Deutschland und ganz Europa geteilt hatte, fiel. Doch bis heute sind die Mauern zwischen den Menschen und ihren Ansichten wieder gewachsen. Den Anderen (oder Andersartigen) auszuhalten und zu respektieren, scheint erneut schwieriger geworden zu sein.
Und da sind wir als Christen wieder besonders herausgefordert, den Unterschied zu wagen. Denn das Wort Gottes sagt uns da z. B.: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie“ (Jer 29,7) oder „Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden“ (Röm 12,18) und vielleicht noch stärker: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“ (Röm 15,7). Das sind keine ethisch-moralischen Höchstansprüche, sondern Gottes Weg, sich mit seiner Macht durchzusetzen und in dieser Welt sein Reich zu bauen. Der Geist Gottes führt und stärkt uns auf diesem Weg. Lassen wir uns nach Pfingsten von ihm wieder neu anhauchen und inspirieren!
Pfarrer Christian Huth
Evangelische Kirchengemeinde Lohsa, Groß Särchen und Uhyst/Spree |