„Die heißeste Verabschiedung ever“, also „jemals“ – so nehmen mehrere Rednerinnen und Redner zur Verabschiedung von Pfarrer Gerd Simmank den Running Gag auf. Die Temperatur steigt von „sehr warm“ auf „brühwarm“, in der gestrichen gefüllten Kirche von Laubusch. Im Freien weist das Thermometer den deutschen Temperatur-Rekord nach…
Dennoch – niemand der Anwesenden lässt sich davon abhalten, die Abschieds-Doppelstunde mitzuerleben! Würdevoll, programmatisch, zugewandt, bis hin zum Liedblatt akribisch vorbereitet. Pfarrer Gerd Simmank fasst mit Predigt und Struktur des Gottesdienstes zusammen, was ihm in vier Jahrzehnten des Pfarrdienstes in dieser seiner Gemeinde wichtig war: Evangelium und die eine Kirche. Ohne Extravaganzen, treu und konsequent, zugleich in liebevoller Bewahrung des Anvertrauten. Und Letzteres nicht nur im Blick auf die komplett sanierten und ausgestatteten sieben Kirchen und alle der dazu gehörenden Gebäude, sondern auch im Blick auf das Gemeindeleben. In einem sich für ihn über Laubusch hinaus stetig erweiternden Zuständigkeits-Gebiet.
Die Abschiedsreden von Landrat, Bürgermeistern, und Gemeindekirchenrats-Vorsitzenden zeigen wie mit einem Brennglas die markanten Dinge. Und es ist einmal neu heilsam, auf den Punkt zusammenzufassen, was da so alles war: Die Gemeinde bekommt noch einmal die Summe all des Tuns aufgezeigt. Die Gäste aus den Nachbargemeinden und der Ferne erleben diese Erinnerung und die damit verbundene Dankbarkeit als Überraschung: Was da so „hinter dem eigenen Horizont“ alles geschehen ist, lässt aufhorchen und bescheiden werden.
Würdigung ist von Zeit zu Zeit nötig. Hier ist es in der Verabschiedung Balsam für die Seele des Verabschiedeten und Vermächtnis für den Kirchenkreis und die nun vakanten Gemeinden.
Und beim Kaffee und Imbiss danach – ortsversetzt nach Lauta Dorf – ist alles noch einmal gut zu besprechen, zu ergänzen, zu kommentieren. Gerd Simmank, seiner Ehefrau Monika und der ganzen Familie kann nach Herzenslust all das Gute gesagt werden, was neben äußerlicher Hitze nun auch das Herz erwärmt.
Dass für die Organisation und die Verpflegung der zahlreichen Gäste wirklich alle Register gezogen wurden, wirft zuletzt noch einmal ein ganz besonderes Licht auf die in der „Mittellausitz“ vereinten Gemeinden und ihre Menschen! Dankeschön für das Erlebnis dieses Tages!
Ulrich Wollstadt




